Welche heilpädagogischen Methoden
wenden wir an?

Heilpädagogische Erziehungshilfe und Entwicklungsförderung (HPE)

Die Heilpädagogische Erziehungshilfe und Entwicklungsförderung dient insbesondere Kindern und Jugendlichen, die sich aufgrund der meist schweren Entbehrungs-, Trennungs-, Gewalt- und Entwurzelungserlebnisse sowie Traumatisierungen nicht altersgemäß entwickelt haben oder in ihrer Beeinträchtigung oder (psychischen) Störung als fehl entwickelt gelten bzw. sich entsprechend fühlen und erleben.

So sind Erziehungshilfe als auch Entwicklungsförderung untrennbar miteinander verbunden: nicht nur das Buchstabieren, das Lernen, das Erinnern,  das Wiederholen, das Spielen, das Üben, das Bemerken und Erfassen sind wichtige Elemente, sondern zugleich in einer noch viel tieferen humanen Dimension Licht, Hoffnung, Freude, Reue und Schmerz als letztlich unbeschreibbare Erlebnisdimensionen des Menschlichen. Die HPE knüpft an bestehende Fähigkeiten und Möglichkeiten des Kindes/Jugendlichen an und entwickelt zusammen mit ihm und der Familie neue Handlungs- und Erfahrungsräume.

Heilpädagogische Übungsbehandlung (HPÜ)

Die Heilpädagogische Übungsbehandlung dient der systhematischen Hilfe für entwicklungsverzögerte Kinder und Jugendliche. Durch ein ausgewogenes Angebot von Übungseinheiten unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten werden durch Elemente

  • der Sprachheilpädagogik
  • der heilpädagogischen Rhythmik
  • bildnerischen Gestaltens
  • der Wahrnehmungspsychologie
  • heilpädagogischen Werkens
  • zur Förderung der basalen Sinne
  • der Stimulierung und Hemmung von frühkindlichen Reflexen und Reaktionen
  • der Augenmuskelmotorik
  • aus der Psychomotorik

neue Erkenntnisse, Fähigkeiten und sinnvolle Verhaltensweisen geweckt, entwickelt und gefestigt.

Die Heilpädagogische Übungsbehandlung ist grundsätzlich auf die Gesamtförderung, d.h. auf die Förderung der sensorischen, motorischen, emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten ausgerichtet.

Teilleistungsschwächen unterschiedlicher Ursachen werden durch ein vielfältiges Angebot an Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten in der visuellen, auditiven sowie taktilen Erfassung und Differenzierung der Umwelt ausgeglichen.

Heilpädagogische Spieltherapie (HPS) als besondere Form der Spieltherapie

Wenn eine Desintegration des emotionalen Erlebniszusammenhanges vorliegt (Erlebnisinhalt und Erlebnisqualität – d.h.: emotionale Ladung – befinden sich nicht im harmonischen Zusammenhang), die sich in der Regel in Angst und/oder Schuld besetzten Konflikten zeigt; dann kann Angst im Laufe der Zeit in Aggression umschlagen. Phänomenologisch erscheinen diese Konflikte in aggressiven, depressiven oder gehemmten Verhaltensweisen, in Leistungsversagen, in Kontaktstörung oder in einem allgemeinen Fehlverhalten.

Zielsetzung der Heilpädagogischen Spieltherapie ist deshalb immer die Wiederherstellung des emotionalen Erlebniszusammenhanges über die zunehmende Fähigkeit, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sie zu formulieren und zu akzeptieren, sie zu kontrollieren und in das Gesamtverhalten einzuordnen, sowie die Gefühle anderer wahrzunehmen, sie zu akzeptieren, im eigenen Verhalten zu berücksichtigen und angemessen zu beantworten.