Hierbei erhält das Kind einen besonderen Erfahrungs- und Beziehungsraum, in dem die Selbstheilungskraft , die jedem Menschen innewohnt, aktiviert werden kann. Das sprachliche Wiedergeben von spielerisch dargestellten Erlebnissen bzw. damit verbundenen Gefühlen und das laute Nachdenken darüber fördert den authentischen Selbstausdruck des Kindes auf der Basis eines Beziehungsangebotes von Wertschätzung, Empathie und Kongruenz.
Das Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Fähigkeiten beginnt wieder zu wachsen und die Notwendigkeit von Abwehr- und Vermeidungsverhalten schwindet. Das Erlernen von Neuem wird erst hierdurch überhaupt wieder ermöglicht; erst wenn Blockaden verringert werden konnten, wird der Weg zu neuen Lerninhalten frei.

„Das Spiel ist die Arbeit des Kindes“ sagte bereits Maria Montessori. In dieser wichtigen Erkenntnis liegt für die Spieltherapie jede Möglichkeit, über das Spiel mit dem Kind sowohl diagnostisch als auch pädagogisch oder therapeutisch tätig zu sein.

Nach Friedrich von Schiller ist das Spiel eine menschliche Leistung, die allein in der Lage ist, die Ganzheitlichkeit der menschlichen Fähigkeiten hervorzubringen.

„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."
Friedrich von Schiller (1759 - 1805 / Quelle: Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen – 1795)

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Spiel eine grundlegende menschliche Aktivität ist, die Energie, Kraft und Kreativität freisetzt. Damit enthält das Spiel das Vermögen, verfestigte Strukturen aufzulösen und Neues hervorzubringen. Die Elemente einer Situation können so verändert werden, dass Neues und Unbekanntes entsteht und Lösungen für scheinbar nicht mehr lösbare Probleme gefunden werden können.